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Forest Bathing und Yoga verbinden: Bewegung mit der Natur

Du musst nicht immer weit weg, um mehr Ruhe zu finden. Manchmal beginnt es mit etwas ganz Einfachem, langsamer zu gehen und wieder wahrzunehmen was um dich herum passiert. Genau darum geht es beim Forest Bathing, dem japanischen Shinrin-Yoku. Es geht nicht darum, beim Waldspaziergang möglichst viele Schritte zu sammeln,...

Du musst nicht immer weit weg, um mehr Ruhe zu finden. Manchmal beginnt es mit etwas ganz Einfachem, langsamer zu gehen und wieder wahrzunehmen was um dich herum passiert.

Genau darum geht es beim Forest Bathing, dem japanischen Shinrin-Yoku. Es geht nicht darum, beim Waldspaziergang möglichst viele Schritte zu sammeln, sondern bewusst Zeit zwischen den Bäumen zu verbringen und die Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen. Die japanische Forstbehörde führte Forest Bathing 1982 als eine Möglichkeit ein, Menschen auf einfache Weise mit dem Wald und der Natur in Verbindung zu bringen.

Und genau deshalb passt Yoga so gut dazu.

Was genau ist Forest Bathing?

Forest Bathing bedeutet wörtlich so viel wie „in der Atmosphäre des Waldes baden“. Dafür musst du keine lange Wanderung machen oder eine bestimmte Anzahl an Kilometern zurücklegen. Es geht vielmehr darum, wie bewusst du deine Umgebung wahrnimmst, und nicht darum, wie weit du kommst.

Du gehst langsam, bleibst zwischendurch stehen und nimmst deine Sinne bewusst wahr. Wie riecht die Erde? Wie bewegt sich das Licht zwischen den Blättern? Welche Geräusche hörst du, wenn du nicht versuchst, sie auszublenden?

Diese bewusste Verbindung mit der Natur über die Sinne steht im Mittelpunkt von Shinrin-Yoku. Studien zu Forest Bathing zeigen mögliche positive Effekte auf Stress und das psychische Wohlbefinden. Die wissenschaftliche Datenlage ist jedoch noch nicht stark genug, um daraus therapeutische Wirkungen abzuleiten.

Und genau das macht Forest Bathing interessant. Du musst daraus weder eine Leistung noch ein bestimmtes Gesundheitsziel machen.

Warum Yoga und Forest Bathing so gut zusammenpassen

Yoga und Forest Bathing lassen sich ganz unkompliziert miteinander verbinden. Eine Yoga-Session im Wald kann zum Beispiel mit einem ruhigen Spaziergang beginnen. Danach suchst du dir einen Platz, an dem du bequem stehen oder sitzen kannst. Ein paar einfache Asanas reichen völlig aus: eine stehende Vorbeuge, sanfte Twists oder ein paar Runden Sonnengrüße.

Der Unterschied zu einer Yoga-Session im Studio liegt dabei nicht nur in der Umgebung. Draußen wird deine Aufmerksamkeit ganz automatisch weiter. Du spürst die Temperatur auf deiner Haut, hörst Vögel oder den Wind in den Bäumen und bewegst dich auf einem Untergrund, der nicht vollkommen eben und vorhersehbar ist.

So wird die Kombination aus Forest Bathing und Yoga weniger zu einer bestimmten Technik und mehr zu einer Möglichkeit, deine Yoga-Praxis aus dem Studio mit in die Natur zu nehmen.

Lass die Natur das Tempo bestimmen

Einer der interessantesten Aspekte beim Forest Bathing ist vielleicht genau das, was du nicht tun musst.

Kein perfekter Yoga-Flow. Keine Playlist. Keine komplizierte Sequenz. Und du musst auch nicht zwanzig Minuten still sitzen, wenn sich das für dich nicht richtig anfühlt.

Du kannst spazieren gehen, atmen, ein paar Asanas machen und danach einfach irgendwo sitzen. Im einen Moment bewegst du dich, im nächsten schaust du vielleicht einfach auf einen Baum. Dieser Wechsel macht die Erfahrung weniger zielorientiert.

Auch bei der Kleidung gibt es dabei einen ganz praktischen Aspekt. Ein Outfit für Yoga im Wald sollte nicht nur während deiner Praxis bequem sein, sondern auch beim Spazierengehen, Sitzen und Bewegen auf unterschiedlichen Untergründen funktionieren. Eine Hose, die beim Hocken nicht einschneidet, ein Top, das sich mit deinem Körper bewegt, und Layer, die du einfach an- und ausziehen kannst, sind oft praktischer als ein Outfit, das nur für eine bestimmte Art von Bewegung gedacht ist.

So kannst du deine eigene Forest-Bathing-Praxis gestalten

Du brauchst dafür keinen besonderen Ort und auch keine aufwendige Vorbereitung. Such dir einen Wald oder eine grüne Umgebung, in der du nicht ständig auf die Uhr schauen musst.

Beginne mit einem Spaziergang, ohne dass eine bestimmte Strecke dein Ziel ist. Leg dein Handy zur Seite und gib dir etwas Zeit, aus deinem gewohnten Tempo herauszukommen. Danach kannst du eine kurze Yoga-Praxis machen, zum Beispiel:

  • ein paar ruhige Sonnengrüße;
  • stehende Asanas wie Warrior II oder Tree Pose;
  • sanfte Übungen für Hüfte und Schultern;
  • ein paar Minuten im Sitzen atmen oder meditieren.

Zum Abschluss kannst du noch ein Stück ohne bestimmtes Ziel durch den Wald gehen.
Das Wichtigste dabei: Yoga muss nicht im Mittelpunkt stehen. Manchmal reicht eine einzige Asana zwischen den Bäumen.

On und off the mat

Forest Bathing zeigt auch etwas über bewusstes Leben, das leicht verloren geht, wenn alles einen Zweck erfüllen muss. Du musst die Natur nicht „nutzen“, deine Yoga-Praxis nicht optimieren und deine freie Zeit nicht produktiv gestalten.

Vielleicht ist genau das die interessanteste Verbindung zwischen Shinrin-Yoku und Yoga. Beides kann dich dazu einladen, weniger darüber nachzudenken, was als Nächstes kommt, und mehr von dem wahrzunehmen, was gerade tatsächlich passiert.

Also zieh etwas an, in dem du dich frei bewegen kannst, such dir einen Platz mit Bäumen und lass deine Praxis diesmal nicht von einem festen Plan bestimmen. Geh. Beweg dich. Schau dich um. Und gib der Natur genug Zeit, mehr zu sein als nur eine Kulisse.

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