Ahimsa bedeutet Nicht-Verletzen oder Gewaltlosigkeit. Für viele Yoginis ist dieses Prinzip nicht neu. Doch wie nehmen wir es von der Yogamatte mit in unseren Alltag? Die Entscheidung für nachhaltige Yogakleidung mag wie ein kleiner Teil davon wirken. Was wir tragen, berührt jedoch größere Fragen: Wie gehen wir mit natürlichen Ressourcen, den Menschen, die unsere Kleidung herstellen, und der Erde um, aus der diese Materialien stammen?
Kein Kleidungsstück entsteht ganz ohne Auswirkungen. Wir können aber bewusster wählen. Nicht, weil alles perfekt sein muss, sondern weil wir verstehen möchten, welche Geschichte und welche Werte wir mit unseren Entscheidungen unterstützen.
Ahimsa beginnt bei uns selbst
In der Yogaphilosophie ist Ahimsa die erste der fünf Yamas: Prinzipien, die uns Orientierung dafür geben, wie wir mit uns selbst, anderen Menschen und der Welt um uns herum umgehen. Meist wird Ahimsa als Gewaltlosigkeit oder Nicht-Verletzen übersetzt. Doch die Bedeutung reicht über unsere sichtbaren Handlungen hinaus. Es geht auch um die Haltung, mit der wir leben.
Wenn wir an Ahimsa denken, denken wir vielleicht zuerst an unseren Umgang mit anderen Menschen, Tieren und der Erde. Doch Nicht-Verletzen beginnt auch bei uns selbst.
Hören wir auf unseren Körper? Gönnen wir uns ausreichend Ruhe? Oder machen wir weiter, obwohl alles in uns nach Raum verlangt?
Auf der Yogamatte spüren wir das oft sehr genau. Eine Haltung muss nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein. Manchmal entsteht der größte Raum gerade dann, wenn wir weniger forcieren.
Yogakleidung, die deine Praxis unterstützt
Auch Kleidung kann eine Rolle dabei spielen, wie wir für uns selbst sorgen. Nicht, weil eine Yogaleggings deine Praxis bestimmt, sondern weil die richtige Kleidung dir die Freiheit gibt, ganz bei dir zu bleiben.
Ein weicher Stoff, der sich angenehm auf der Haut anfühlt. Ein Bund, der unterstützt, ohne einzuschneiden. Ein Yogatop, das auch in Vorbeugen oder Umkehrhaltungen dort bleibt, wo es sein soll. Kleidung, in der du frei atmen und dich bewegen kannst, ohne dich während deiner Praxis ständig mit ihr beschäftigen zu müssen.
Für uns ist das die Essenz guter Yogakleidung: Sie unterstützt die Frau, die sie trägt, ohne selbst in den Mittelpunkt zu rücken. Sie bewegt sich mit dir, on und off the mat.
Komfort ist jedoch nur ein Teil der Geschichte. Wenn wir Ahimsa mit nachhaltiger Yoga Wear verbinden, schauen wir auch auf alles, was vor dem fertigen Kleidungsstück kommt.
Was macht Yogakleidung wirklich nachhaltig?
Nachhaltige Yogakleidung beginnt beim Material, endet dort aber nicht. Auch die Herkunft der Fasern, die verwendeten Farbstoffe, die Produktionsbedingungen und die Lebensdauer eines Kleidungsstücks bestimmen seine Auswirkungen.
Ein Kleidungsstück kann aus einer natürlichen Faser bestehen und trotzdem aufwendig verarbeitet worden sein. Umgekehrt kann eine sorgfältig entwickelte Fasermischung sinnvoll sein, um einen Stoff strapazierfähiger zu machen, seine Form zu erhalten oder seine Lebensdauer zu verlängern.
Deshalb betrachten wir nachhaltige Yogakleidung als Ganzes:
- Woher stammen die Rohstoffe?
- Wie werden die Stoffe verarbeitet und gefärbt?
- Unter welchen Bedingungen wird die Kleidung hergestellt?
- Fühlt sich das Material angenehm und sicher auf der Haut an?
- Behält das Kleidungsstück seine Passform und Qualität?
- Ist das Design vielseitig und für mehr als eine Saison gemacht?
Nachhaltigkeit zeigt sich nicht nur in dem, was ein Kleidungsstück verspricht. Sie zeigt sich auch darin, wie oft du es tragen möchtest und wie lange es ein Teil deines Lebens bleibt.
Bio-Yogakleidung: Schau über die Faser hinaus
Bei Bio-Yogakleidung denken wir meist zuerst an Bio-Baumwolle. Sie ist ein wichtiger Ausgangspunkt, doch das Wort „Bio“ erzählt noch nicht die ganze Geschichte.
Auch die Art, wie Baumwolle gesponnen, gefärbt, veredelt und zu einem Kleidungsstück verarbeitet wird, spielt eine Rolle. Deshalb sind unabhängige Zertifizierungen wichtig. GOTS stellt nicht nur Anforderungen an biologische Fasern, sondern auch an ökologische, soziale und menschenrechtliche Kriterien innerhalb der textilen Lieferkette. Der Standard reicht damit weit über den Rohstoff hinaus. Mehr über den GOTS-Standard erfahren.
Auch bei anderen Materialien lohnt sich ein genauerer Blick. TENCEL™ Lyocell wird beispielsweise aus Holz aus zertifizierten oder kontrollierten Quellen hergestellt. Im geschlossenen Produktionsverfahren werden mehr als 99,8 Prozent des eingesetzten Lösungsmittels zurückgewonnen und erneut dem Kreislauf zugeführt. Mehr über TENCEL™ Lyocell erfahren.
Bewusste Mode bedeutet deshalb nicht, Materialien einfach als gut oder schlecht einzustufen. Es geht darum, ihre Herkunft und Verarbeitung besser zu verstehen und ihre Geschichte möglichst weit zurückverfolgen zu können.
Slow Fashion beginnt mit einer besseren Wahl
Die Modewelt ist auf Geschwindigkeit ausgerichtet. Neue Kollektionen folgen ständig aufeinander und ein Kauf ist manchmal nur wenige Klicks entfernt. Dadurch kann Kleidung ihren Wert verlieren, bevor sie wirklich getragen wurde.
Slow Fashion lädt zu einem anderen Rhythmus ein. Statt immer wieder nach etwas Neuem zu suchen, können wir zuerst betrachten, was wir bereits besitzen und was tatsächlich noch fehlt.
Das bedeutet nicht, nie wieder etwas Neues zu kaufen. Es bedeutet, jedem neuen Kleidungsstück einen bewussten Platz im eigenen Kleiderschrank zu geben: weil die Passform zum Körper passt, die Qualität stimmt und es sich zu verschiedenen Momenten tragen lässt.
Eine Yogaleggings, die du nicht nur während deiner Praxis trägst, sondern auch auf Reisen, bei einem Spaziergang oder zu Hause. Ein Yogatop, das unter einer Strickjacke genauso gut funktioniert wie zu deiner liebsten Yogahose. Kleidungsstücke, die nach einer Saison nicht ihren Reiz verlieren, sondern mit der Zeit immer vertrauter werden.
Weniger, aber gut gewählt. Und vor allem: gerne getragen.
Langlebigkeit beginnt beim Design
Wie lange ein Kleidungsstück getragen wird, hängt nicht nur vom Stoff ab. Design und Passform spielen eine ebenso wichtige Rolle.
Wenn Kleidung kneift, rutscht oder ständig zurechtgezogen werden muss, wird sie wahrscheinlich nicht lange zu unseren Favoriten gehören. Das Gleiche gilt für einen auffälligen Trend, der sich nach einer Saison nicht mehr nach uns anfühlt.
Bei Urban Goddess entwerfen wir aus der Perspektive des Körpers in Bewegung. Wir achten darauf, wie ein Stoff fällt, wo ein Bund optimal unterstützt und wie viel Bewegungsfreiheit eine bestimmte Haltung braucht. Unsere Kleidung soll nicht nur auf einem Bügel oder in einem perfekten Moment schön aussehen. Sie muss im echten Leben funktionieren.
Ein Kleidungsstück, das gut sitzt, sich vielseitig kombinieren lässt und seine Qualität behält, wird ganz natürlich häufiger getragen. Vielleicht ist das einer der meistunterschätzten Aspekte von Nachhaltigkeit: Kleidung muss so gut zu uns passen, dass wir sie lange lieben.
Bewusste Mode braucht Transparenz
Ahimsa muss nachhaltige Mode nicht in eine Sammlung strenger Regeln verwandeln. Das Prinzip kann uns aber dazu einladen, neugieriger zu werden.
Wer hat meine Kleidung hergestellt? Was weiß ich über das Material? Kann ich zwischen schönen Versprechen und unabhängig geprüften Standards unterscheiden? Übernimmt eine Marke Verantwortung für mehr als nur das fertige Kleidungsstück?
Bei Urban Goddess arbeiten wir unter anderem mit GOTS- und OCS-zertifizierten Materialien und Produkten. Unsere Kleidung ist PETA-Approved Vegan und wird in einer Produktionsstätte hergestellt, die größtenteils mit Solarenergie betrieben wird. Das bedeutet nicht, dass unsere Kleidung ohne Auswirkungen entsteht. Es bedeutet, dass wir in den Bereichen der Lieferkette, die wir beeinflussen können, klare Entscheidungen treffen.
Auf unserer Seite über nachhaltige Produktion erfährst du mehr über unsere Materialien, Zertifizierungen und Herstellungsprozesse.
Gut mit dem umgehen, was du bereits besitzt
Die bewussteste Entscheidung ist nicht immer ein Neukauf. Manchmal ist es die Yogaleggings, die du bereits seit Jahren trägst.
Wenn du deine Kleidung schonend wäschst, auf den Trockner verzichtest und kleine Schäden reparierst, kann sie länger halten. Auch Abwechslung hilft: Wenn Kleidungsstücke zwischen dem Tragen etwas Zeit bekommen, können elastische Stoffe ihre Form oft länger behalten.
Vielleicht ist ein Lieblingsstück nach vielen Jahren nicht mehr für eine Yogastunde geeignet, aber noch immer perfekt für einen ruhigen Tag zu Hause. Der Wert eines Kleidungsstücks muss nicht verschwinden, nur weil sich seine ursprüngliche Verwendung verändert.
Ahimsa lebt nicht nur in dem Moment, in dem wir etwas kaufen. Es zeigt sich auch darin, wie wir anschließend mit dem umgehen, was wir gewählt haben.
Von der Yogamatte in deinen Kleiderschrank
Yoga lehrt uns wahrzunehmen, was wirklich geschieht, statt uns automatisch durch den Alltag zu bewegen. Diese Aufmerksamkeit können wir auch in unseren Kleiderschrank mitnehmen.
Nicht jeder Kauf muss zu einem umfangreichen Rechercheprojekt werden. Doch kurz über Material, Herkunft, Qualität und Lebensdauer nachzudenken, kann bereits viel verändern. So entsteht nach und nach eine Garderobe, die besser zu deinem Körper, deinem Leben und deinen Werten passt.
Bewusste Mode macht einen Menschen nicht automatisch bewusster. Aber das, was wir tragen, kann zu der Art und Weise passen, wie wir leben möchten.
Nachhaltige Yogakleidung wird so weder zum Beweis eines perfekten Lebensstils noch zu dessen Mittelpunkt. Sie wird zu einer natürlichen Verlängerung deiner Praxis: mit Bedacht gewählt, oft getragen und dafür gemacht, sich mit dir zu bewegen.
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